Geburtsberichte

New kids on the block:
Willkommen auf dieser Erde!

5.1.2022: Als Seepferdchen im Hirtenstand im Geburtspool in die Hand der Mutter geboren, wurde ein fittes Mädchen
7.1.22: Hockend im Geburtspool in die Hand seiner Mutter geboren, kam noch ein sehr entspanntes Mädchen auf diese Welt und wurde von der Mama aus dem Wasser gehoben
8.1.22: Schneller als die Hebamme auch nur ankommen konnte, wurde ein quietschfideles Mädchen von Mama und Papa neben dem Weihnachtsbaum in Empfang genommen
18.1.22: Ein erstes Kind wurde bei Vollmond super schnell im Vierfüsslerstand im Badezimmer geboren
31.1.22: Eure Reise ging in der Klinik weiter, wo viele Stunden später ein Mädchen per Bauchgeburt geschlüpft ist
1.2.22: Im Vierfüssler vor dem Bett wurde ein Erstgeborener zur Welt gebracht
8.2.22: Ein erstes Kind wurde kraftvoll auf dem Gebärhocker geboren
17.2.22: Und noch ein Vollmondbaby  (erstes Kind) wurde daheim im Sitzen in seiner Glückshaube geboren
4.3.22: Eine tapfere Mama ging in Ruhe in die Klinik, wo - fast einen Tag später- ein kleiner Bruder auch per Bauchgeburt auf die Welt kam

Geburtsbericht:
Tonda ist endlich da!

( Danke an Anna für diesen tollen&ehrlichen Bericht. Für die ungeschönten Einblicke, die du uns dadurch in deine Gedankenwelt von damals gewährst ♥️ )

31.1.
Mir war ziemlich übel seit ein paar Stunden und es löste sich ein bisschen Schleim. Mein Rücken tat immer wieder weh, ich ging noch mal in die Badewanne und war sehr gespannt, ob es bald los geht.  
Da ich nach dem Baden nicht zur Ruhe kam, räumte ich noch mein Zimmer auf, bezog das Bett frisch, hörte Musik. Dabei fühlte ich mich wie auf Drogen, aber auch etwas verballert, so als würde der Trip schon losgehen aber ich noch nicht bei der richtigen Musik bin. Um halb eins versuchte ich dann nochmal zu schlafen. 
1.2.
Als ich wieder aufwachte, war es halb 4 und ich spürte sofort, dass meine Unterhose nass war und mein Kreuzbein tat ziemlich unangenehm weh. Ich stand auf, die Flüssigkeit roch nicht nach Urin und ich suchte das ganze Haus ab, nach den PH-Teststreifen die Julia mir mal gegeben hatte um zu checken ob es Fruchtwasser war und meine Fruchtblase geplatzt war. Die Suche nach den PH-Streifen erschien unglaublich wichtig, die Flüssigkeit floss weiter aus mir raus und mein Rücken tat immer wieder richtig scheiße weh und damit konnte ich überhaupt nicht umgehen. Zusätzlich hatte ich leichte Schmerzen im Bauch mit denen ich gut umgehen konnte, eher wie bei der Menstruation aber kein Vergleich zu der Intensität wie es bei der Fehlgeburt war.
Irgendwann weckte ich Tobi und lud einen Wehentracker runter, der mir regelmäßige Wellen bestätigte, aber ich war mir sicher, es sei nicht schmerzhaft genug für den richtigen Geburtsbeginn. Ich versuchte mich noch mal hinzulegen, aber so ließ es sich überhaupt nicht aushalten. Durch die ganze Geburt zog sich der starke Schmerz im Kreuzbein, teilweise hatte ich Sternchen vor den Augen und mit jedem Positionswechsel wurde es gefühlt schlimmer und ich konnte nicht mit diesen Wellen arbeiten. 
Um 5h rief ich dann endlich Julia an, nach dem Tobi mich überzeugt hatte, dass es auch mitten in der Nacht ok ist, mich zu melden. Julia schlug vor, mich noch mal in die Badewanne zu legen und fragte, ob ich gut in meine Meditationen rein komme. Ich hatte das Gefühl die Meditationen helfen mir gar nicht und nerven nur. Julia sagte auch, dass es gut die Latenzphase sein kann und es alles wieder aufhört und in einiger Zeit erst wieder los geht. Das hat mich in dem Moment entmutigt, denn ich fand es schon doll anstrengend.
In der Badewanne war es angenehm, aber immer wenn wieder alle drei bis vier Minute eine Welle mit dem Schmerz im Kreuzbein kam, war es schlimm. Ich hab die Wellen veratmet und war ruhig und leise. Dann bin ich noch mal zu Tobi ins Zimmer und habe wieder Musik gehört aber irgendwann auch das starke Bedürfnis nach Unterstützung gehabt. Inzwischen war es 11:30h und ich bat Julia sich entspannt zu mir auf den Weg zu machen, wo sie um 12:45h ankam. Herztöne vom Baby wurden kontrolliert und Julia untersuchte nach Absprache meinen Muttermund, der schon bei 3-4cm war. In diesem Moment war ich so mit den Wehen beschäftigt und realisierte noch gar nicht, dass dafür wie unsicher ich war ob ich Julia wirklich schon anrufen kann, der Muttermund schon ganz schon weit geöffnet war. Mein Empfinden, dass es noch nicht schmerzhaft genug für die Geburt sein konnte, hatte mich wohl getrügt. Ich durfte ein Zäpfchen nehmen, in der Hoffnung das die Schmerzen im Kreuzbein besser werden.
An die nächsten Stunden habe ich nicht so genaue Erinnerungen, ich hatte weiterhin Wehen, war in Tobis Zimmer und wieder in der Badewanne wo sich Tobi und Julia an meiner Seite abgewechselt haben. Nachmittags in der Wanne habe ich gemerkt, dass ich erschöpft bin, schon lange wach war, nichts essen konnte und die Schmerzen im Kreuzbein waren so schwer auszuhalten. Ich war eher leise, habe auch nicht laut getönt und in meinem Kopf waren in dieser Phase viele Sorgen, Ängste und stressige Gedanken. Immer wieder spielte ich im Kopf das Szenario durch ins Krankenhaus zu fahren um dort Schmerzmittel zu bekommen, aber wollte auch so gerne zuhause gebären und so dachte ich nach jeder Welle „ach, es geht noch“ und während jeder Welle „ok, ich halte es nicht aus“. Immer wieder sprach ich auch meine Zweifel aus, fragte Julia und Tobi neben mir ob ich das überhaupt kann oder teilte ihnen mit, ich könne und wolle das nicht mehr. Beide unterstützten und begleiteten mich liebevoll und ruhig, doch ich war auch innerlich sehr wütend, denn die hatten es ja leicht das zu sagen und mussten es nicht durchleben. Kurz habe ich sie auch vor der Tür überlegen gehört, ob es vielleicht doch der 2.2.22 (der ursprüngliche „Wunschtermin“) werden würde und da rief ich ihnen zu, es ist keine Option, das Kind kommt auf jeden Fall heute. In dieser Phase ging es mir echt nicht gut, alles zog sich ewig hin und ich konnte nicht glauben, dass es irgendwann vorbei sein wird. Wobei es mir zwischen den Wehen total gut ging und die negativen Gedanken vorallem während der Wellen da war. Julia hat mich immer wieder gut beim atmen unterstützt.
Dann merkte ich, dass mein Kreislauf etwas schwach wurde und ich musste auch pinkeln, also verließ ich die Wanne und bekam  (auf Wunsch) noch eine kleine Pipette zum Abführen. In die Wanne zurück wollte ich nicht und bin noch mal ins Bett gekrabbelt, und Julia untersuchte mich noch mal. Da war der Muttermund bereits 9cm geöffnet. Diese Information hat in dem Moment nicht viel mit mir gemacht, ich war irgendwie ganz woanders. Julia war die ganze Zeit super ruhig und entspannt und hat weder beim ersten, noch beim zweiten Mal MuMu tasten gesagt „krass, voll gut“  sondern nur die Info mitgeteilt und war sehr zurückhaltend, was ich so sehr an ihr schätze. Dadurch wurde mir in diesen Momenten keine Emotion von ihr aufgedrängt und ich hatte Platz für die Gefühle, die bei mir grade da waren.
Jetzt wurde Tobi angerufen, der sich noch mal kurz hingelegt hatte und Corinna, die Doula zur Begleitung in der aktiven Phase. Da war es 17h.
Mit Tobi bin ich zur Toilette gegangen und um 17:30h kam Corinna an. Als ich zurück ins Zimmer kam, war dort alles vorbereitet mit Tüchern und Unterlagen und es sah richtig nach Geburt aus.
Zuerst wollte ich noch mal ins Bett und da war es dann wieder doll für mich, es hat sich etwas verändert und die Schmerzen wurden anders, aber nicht angenehmer. Auch hier war mein Kopf die größte Herausforderung, immer diese Gedanken, dass ich es nicht schaffen kann und es viel mir so schwer meine Zweifel auszusprechen, im Nachhinein bin ich mir sicher, dass ich dann gute Begleitung bekommen hätte. Ich probierte unterschiedliche Positionen im Bett und auf dem Boden, kniete vor Tobi und hielt mich an ihm fest. Julia sagte, ich solle dem Druck nach unten Raum geben, aber ich wehrte mich dagegen und konnte nicht loslassen, hatte Angst dass ich reiße und fühlte mich manchmal wie versteinert. Julia gab mir Globuli und akupunktierte mich um mich beim loslassen zu unterstützen.
Jetzt kam ein neues Gefühl und ich sagte: “es fühlt sich an als würde meine Scheide würgen“. Tobi fragte, ob ich mich noch von meinem Bauch verabschieden will und das hatte ich auch in den Tagen davor immer wieder sehr bewusst gemacht. Jetzt lud Julia mich ein mit zu schieben, aber ich hatte noch große Hemmungen. Die Zeit verging so langsam, auch wen nicht viel Zeit verging. Ich ging noch mal aufs Klo, da kam eine starke Wehe und ich konnte mich gar nicht hinsetzen, also holte mich Julia wieder zurück ins Zimmer. Das Zurücklaufen durchs Wohnzimer war ganz komisch, das Köpfchen war schon zu tief unten um angenehm zu laufen. 
Zurück auf dem Gebärhocker habe ich realisiert, dass dieses Kind nicht mehr obenrum raus kann sondern irgendwie unten durch muss. Auch wenn es sich so anfühlte als würde es niemals passen, wird es irgendwie gehen. In dem Moment habe ich richtig Energie bekommen und wurde zum ersten Mal laut. Innerhalb von zwei Wehen war ich klatschnass geschwitzt, ich habe mich an Tobi festgekrallt und es ging endlich voran. Ich konnte im Spiegel schwarze Haare vom Köpfchen sehen und Julia fragte mehrmals ob ich das Köpfchen fühlen möchte, irgendwann ahbe ich mich getraut und das hat mir diese neue Energie gegeben. Es kammen immer ein paar Wellen hintereinander und dann war kurz Pause, bei jeder Welle schob ich mit und dachte okay, das ist die letzte, dann ist das Kind da.
Julia hat die ganze Zeit parallel vor der Geburt des Kopfes Binden mit Kaffee als Dammschutz an den Damm gehalten und mich mehrmals auch akupunktiert.  Ich weiß nicht wieviel letzte Wellen es waren, spürte den Kopf immer weiter raus rutschen und dann war er draußen und das Kind ist direkt hinterher geplatscht. Julia hat es noch gefangen. Wir wollten uns vom Geschlecht des Babys überraschen lassen und eigentlich hatte ich geplant es erst hochzunehmen und später zu gucken „was“ es ist, aber als ich runter schaute lag da breitbeinig ein kleiner Junge den ich sofort schnappte und hoch nahm. Die Nabelschnur war zu kurz um ihn an meine Brust zu legen, also lag er auf meinem Bauch.

Dann ging’s ziemlich schnell auf’s Bett, da ich einiges an Blut verloren hatte. Ich war jetzt wie ausgewechselt: total klar im Kopf, zufrieden und erleichtert.
Wir lagen zu dritt auf dem Bett und ich konnte ihn noch nicht anlegen, denn die Nabelschnur war zu kurz! Julia hat nach der Gebärmutter getastet, denn die Plazenta war noch nicht geboren. Ich habe gemerkt, dass Julia zügig und zielischer handelt, sie war nicht gestresst aber mir war direkt klar, dass es gut wäre wenn die Plazenta jetzt kommt, denn ich habe weiterhin ordentlich Blut verloren.
Alles lief so ab, wie Julia uns im Vorbereitungsgespräch gesagt hatte, sollte der Fall eintreten, dass die Plazenta nicht kommt. Tobi durfte die Nabelschnur durchtrennen, ich wurde katheterisiert, habe Oxcytocin gespritzt bekommen und noch etwas pflanzliches eingenommen. Ich war sehr entspannt, da ich genau wusste welche Szenarien eintreten können (zB doch noch ins Krankenhaus) und fühlte mich die ganze Zeit total gut von Julia begleitet, ich hatte vollstes Vertrauen in sie und meinen Körper. Julia machte einen Griff und ich sollte noch mal mitschieben um die Plazenta zu gebären, das war noch mal schmerhaft aber dann war die Plazenta vollständig geboren. Man konnte an der Plazenta sehen, dass sie genau in die zwei Hörner meiner herzförmigen Gebärmutter lag und sich deswegen nicht gut alleine lösen konnte. Ab diesem Moment waren wir alle entspannt und haben auf dem Bett gekuschelt. Julia und Corinna räumten ein bisschen auf und holten uns Pizza von gegenüber, es tat so gut endlich essen zu können. Später nähte Julia noch meine Geburtsverletzungen mit großer Ruhe und Sorgfalt. 
Wir lagen im Bett, an meinem Körper klebten Blut und Kindspech und ich hielt mein gesundes kleines Baby im Arm. Es fühlte sich alles gut und richtig an und die Geburt, auf die ich mich seit Monaten und Jahren vorbereite, ist in einem Tag vorbei. 

 
 
 
 
 

Doppelter Geburtstag

Tausend Dank für deinen tollen Geburtsbericht liebe Jana ❤️

Es war der 07.02.2022, noch knapp zwei Wochen bis zum ET. Die Sonne schien und mich überkam ein unstillbarer Drang in die Natur zu gehen, um Kraft für die anstehende Geburt zu tanken. Gesagt getan! Als hätte mein Unterbewusstsein genau gewusst, was in der Nacht und am nächsten Tag geschehen würde:


Wie gewohnt ging ich abends mit der Regenbogenmeditation schlafen und wachte fast pünktlich um 3 Uhr schlagartig auf. Es war auf einmal so nass! Mir war sofort klar, was da los war, hatte allerdings gerade vom Pinkeln geträumt, weshalb ich doch lieber den Geruch checkte. Kein Pipigeruch. Beim Weg aufs Klo dann der nächste Schwall, den ich nicht halten konnte. Die Farbe auf dem Toilettenpapier war rosa. Es gab also keine Zweifel mehr: Es ging los. In den kommenden Stunden würde ich meinen ersten Sohn in den Armen halten. Mich übermannten Gefühle einer leichten Panik und der puren Aufregung, da ich mich eigentlich noch nicht bereit dazu fühlte, mein altes Leben so wirklich loszulassen. Mein ganzer Körper zitterte und ich fror. Also legte ich mich erstmal wieder zurück ins Bett und versuchte mich zu beruhigen und mir klarzumachen, dass ich nun in den kommenden Stunden meinen Sohn gebären würde. Die Aufregung war einfach zu groß, sodass auch eine Meditation nur wenig Besserung verschaffte. Mir gingen so viele Fragen im Kopf rum. Wann sollte ich nur meine Begleiterinnen anrufen? Julia hatte ich noch auf dem Klo eine Nachricht geschrieben, dass ich einen Blasensprung habe. 


Etwa eine halbe Stunde nach Blasensprung, also gegen 3:30 Uhr, kamen dann auch die ersten Wellen. Mit der GentleBirth-App fing ich an die Wellen zu tracken und war erstaunt, wie regelmäßig diese schon mit einem Abstand von ca. 5 Minuten kamen. Ich fing an zu veratmen, um mich direkt einzugrooven, auch wenn die Intensität noch sehr gering war. Etwa 1 1/2 Stunden nach BS entschied ich mich dazu meine Mutter wachzuklingeln und bat sie zu mir zu kommen. Ein wenig später traf sie ein und setzte sich zu mir ans Bett, sodass wir gemeinsam aufgeregt sein konnten. In der Zwischenzeit hatte sich meine leichte Panik zum Glück bereits komplett aufgelöst und ich hatte meinen Frieden mit dem Beginn der Geburt gefunden. Die Aufregung war allerdings geblieben. 


Lange hatte ich das Bedürfnis im Bett liegen zu bleiben, um die Wellen weiter zu verarbeiten, die gegen 6 Uhr schon etwas an Intensität und Kontinuität gewonnen hatten. Da die Wellen im 3 Minuten Takt kamen, rief ich nun auch Julia an. Wir beschlossen gemeinsam, dass sie erst dann zu mir kommt, wenn ich das Gefühl habe sie bei mir haben zu müssen. 


Kurz darauf bekam ich Lust den Geburtspool auszuprobieren. Also schloss meine Mutter den Schlauch in der Küche an und befüllte den Pool. Ich setzte mich bei entspannter Solfeggiomusik hinein und gönnte mir ein isotonisches Getränk und legte mir den Kamm griffbereit, der sich als mein persönliches Wundermittel für jede einzelne Welle entpuppte. 

Der Ortswechsel hatte eine Stagnation der Wellen zur Folge. Schnell merkte ich jedoch zum einen wie diese stetig wieder intensiver und regelmäßiger wurden und zum anderen wie gut mir das Wasser tat. Als gegen 9:30 Uhr die Wellen dann im 2 Minuten Takt kamen und ich das Gefühl hatte Julia allmählich zu brauchen, rief meine Mutter sie und auch meine Schwester an (die an diesem Tag übrigens ihren 33. Geburtstag feierte und direkt einen Geburtstagskuchen mitbrachte). Die Ankunft der beiden hatte wieder eine Stagnation der Wellen zur Folge, die bald darauf aber wieder stärker wurden (das musste wohl das berühmte Adrenalin gewesen sein, von dem immer die Rede bei Geburtsstillstand ist). Es tat gut die beiden endlich auch da zu haben! Julia untersuchte mich nach Absprache. Der Muttermund war erst bei 1-2 cm, jedoch mit der positiven Nachricht, dass dieser schon butterweich sei. Immerhin etwas, dachte ich. Meine Schwester massierte mir das Kreuzbein, was ich als sehr wohltuend empfand. Alle drei erinnerten mich immer wieder ans Trinken, ans Entspannen meiner Kiefermuskulatur etc., reichten mir Traubenzucker und waren einfach für mich da. Zu jedem Zeitpunkt empfand ich tiefe Dankbarkeit für die Unterstützung, die mir mit geballter weiblicher Intuition von den dreien entgegengebracht wurde.


Im warmen Wasser konnte ich mich total fallenlassen und tiefenentspannen. Während den Wellen wendete ich, wie während der SS eingeübt, die Wellenatmung an und presste den Kamm in meine Faust. In den Ruhephasen atmete ich in der Ruheatmung. Je intensiver die Wellen wurden, desto weniger kam ich jedoch damit klar und fing an intuitiv zu tönen und mich im Wasser hin und her zu winden. Zu behaupten ich verspürte keine Schmerzen, wäre gelogen. Anfänglich saß der Schmerz in der Bauchregion, wanderte mit der Zeit rüber zu den Hüften und entlang der Beine und schließlich verspürte ich den Schmerz im unteren Rücken. Mit der Verlagerung der Empfindungen auf den unteren Rücken stellte sich automatisch mit jeder Welle ein Pressen nach unten ein, dem ich nichts entgegensetzen konnte. Ich überließ die Kontrolle vollkommen meinem Körper und ließ einfach geschehen, was geschehen wollte. 


Meine jahrelange Übung in Meditation und Achtsamkeit halfen mir während der gesamten Geburt immer wieder zurück in die Entspannung zu finden und die Wellen und Schmerzempfindungen bewusst und mit offenen Armen zu empfangen. Die gesamte Zeit befand ich mich dadurch in einem tiefen Trancezustand, der mir im Umgang mit der Situation enorm geholfen hatte. Dadurch bekam ich zwar einerseits alles um mich herum ganz genau mit (z. B. wenn sich einmal mehr der Kopf an meiner Wohnzimmerlampe gestoßen wurde. Upsi ;) ), konnte aber andererseits zu 95% der Zeit nicht ins Außen treten, da ich so tief in mir ruhte. Meine Zeitwahrnehmung war durch den Trancezustand ebenfalls komplett zu meinen Gunsten verschoben, weshalb ich am Ende der Geburt total erstaunt war, wie spät es tatsächlich schon war. 


Gegen 14 Uhr bemerkte Julia eine bereits stark ausgeprägte„Purple line“ an meinem Po, welche Auskunft über die Öffnung des Muttermundes gibt, wie sie uns erklärte. Was für eine tolle Nachricht! Sie tastete daraufhin noch einmal ab und bestätigte: der Muttermund war 8-9cm geöffnet. Nur noch ein leichter Saum sei spürbar. Auf ihren Vorschlag hin, verabreichte sie mir eine Ladung Buscopan, welches den Saum schneller verschwinden lassen sollte. Nun war ich total motiviert! Auf dem Sofa verbrachte ich dann seitlich liegend einige Wellen, bis es mich wieder in den Pool zog. 


Irgendwann tastete ich einmal nach, um zu sehen, ob das Köpfchen schon fühlbar war. Und tatsächlich konnte ich das zarte Hinterköpfchen meines Sohnes ertasten. Ich war hin und weg und total überrascht, da ich damit noch nicht gerechnet hatte. Dies gab mir nochmal einen wahnsinnigen Motivations- und Energieschub! Julia schlug einige Positionen vor, in denen ich besser mitschieben konnte. Bei jeder Welle konnte ich spüren, wie mein Sohn tiefer, und anschließend aber auch immer wieder zurück rutschte. Das war irgendwann sehr frustrierend und ich konnte zu 100% nachempfinden, weshalb so viele Frauen eine Medikation in Anspruch nehmen möchten. Ich war nur noch müde und erschöpft von den starken Wellen, sodass ich in den Ruhephasen teilweise sogar kurz wegnickte. 


Da sich an der Situation und trotz starker Presswellen nichts änderte und mein Sohn scheinbar feststeckte, riet mir Julia die Schwerkraft an Land etwas zu nutzen. Da mir das Stehen schwerfiel, verbrachte ich die nächsten Wellen wieder seitlich liegend auf dem Sofa. Nun merkte ich immer mehr die Weitung, die durch den Körper meines Sohnes entstand und ich spürte, dass es bald geschafft sein müsste. Da das Wasser im Pool mittlerweile sehr unappetitlich aussah, entschloss ich mich mein Kind, entgegen meines Wunsches auf eine Wassergeburt, an Land auf dem Gebärhocker zu gebären. Mit Rückenstärkung meiner Mutter und sanfter Anleitung durch Julia, schob ich mit aller noch zur Verfügung stehenden Kraft bei der nächsten Welle mit - da war er, der berühmte „Ring of Fire“! Ich verspürte ein höllisches Brennen, als das Köpfchen durch meine Vagina austrat und auf halber Höhe steckenblieb. Julia bat mich daher eindringlich bei der nächsten Welle nicht aktiv mitzuschieben, während sie den Damm mit einer Kaffeekompresse schützte. Ich gab also mein bestes, auch wenn dies für mich total utopisch erschien. Bei der nächsten Welle kam dann um 16:54 Uhr endlich der langersehnte Moment und der Rest des Kopfes (inklusive Händchen am Kopf) sowie der kleine Körper folgten. Nun war auch klar, weshalb der Kleine immer wieder zurückgerutscht war - seine Nabelschnur lag ihm um den Hals und zog ihn immer wieder zurück. Mit geschickten Händen konnte Julia die Nabelschnur zum richtigen Zeitpunkt lösen. 


Es war also geschafft! In diesem Moment fiel alles von mir ab und ich empfing den Kleinen aus ihren Hände, um ihn auf meine Brust zu legen. Unsere Blicke trafen sich und ließen nicht voneinander ab. Was für ein unglaublich magischer Moment! Wir alle waren voller Freude und Aufregung. 


Die Zeit war reif für ein ausgeprägtes Bonding und das erste Stillen, während wir geduldig auf die Nachgeburt warteten. Doch die Nachgeburt kam nicht. Nachdem die Geduld nach einigen erfolglosen Minuten auf der Toilette und einigen Minuten Akkupunktur zu Ende war, legte Julia mir einen Katheter, was zum Glück die Lösung für das Problem war. Durch die Geburt war die Harnröhre so verknickt, weshalb die volle Blase die Plazenta an ihrer Geburt hinderte. Um 18:40 Uhr war damit die Geburt abgeschlossen. Wir schauten uns ganz interessiert die Plazenta von jeder Seite an. Die Nabelschnur war in der Zwischenzeit auspulsiert. Wir schossen noch einige Fotos von meinem Baby mit Plazenta und schnitten anschließend die Nabelschnur durch. Er bekam von der Hebamme ein wundervolles, selbstgehäkeltes Nabelschnurbändchen in Form eines süßen Elefanten. 


Abschließend kann ich nur betonen, dass ich mir keine schönere Geburt hätte vorstellen können. Die kraftvolle Geburt war so geprägt von weiblicher Intuition, Sanftmut und Hingabe. 

So wie es war, war es perfekt! ❤️

 
 

Der Silvesterjunge

Nach zermürbender Latenzphase wurde ein langersehnter Junge mit 4600g am letzten Tag des Jahres geboren. Danke an Annika für den tollen Bericht :)

Endlich komme ich dazu aufzuschreiben wie Adam mit der tollen Unterstützung von Julia und Nicoletta zur Welt kam und möchte vor allem auch meinem Mann für seinen unermüdlichen Support danken. Gleich zwei Mal kamen Julia und Nicoletta vorher bei Fehlalarm und haben mich oder uns sehr liebevoll unterstützt. Mir war das wahnsinnig unangenehm beide gleich zwei mal umsonst gerufen zu haben und trotzdem haben sie mir versichert, dass ich nicht schüchtern sein soll und mich melden kann, wenn ich sie brauche. 

Am 30.12. gegen 14 Uhr fingen nun wieder Wehen an und ich war sehr unsicher, ob es dieses Mal los geht oder nicht und habe Julia Bescheid gegeben. Nachts wurden die Wellen dann immer stärker, so dass ich drauf und dran war meinem Mann zu sagen, dass wir doch ins Krankenhaus fahren, dass ich etwas, egal was, gegen diese Schmerzen brauche. Als ich Julia um vier Uhr früh anrief, kam sie sofort und untersuchte mich,  3-4cm, er würde kommen, aber noch nicht jetzt gleich, es würde noch etwas dauern. Also fuhr sie noch mal nach Hause. Ich war niedergeschlagen, so starke Wehen und trotzdem noch nicht so weit, dass er endlich kommt. Julia hat mir geraten mich noch mal hinzulegen, aber es ging einfach nicht. Ich kam nicht zur Ruhe und bin zwischen Badezimmer und Küche hin und her gelaufen. 

Um halb 9 rief ich sie wieder an und um 9 Uhr war Julia dann hier und empfahl mir dann mich auf dem Sofa hinzulegen, das würde den Wehen ein bisschen die Stärke nehmen und ein bisschen Kräfte sammeln für mich. Hinlegen war mir fast nicht möglich, aber ich tat es. 

Kurz nach Julia kam dann auch Nicoletta dazu und während mein Mann unsere Große zu ihrer Freundin runter brachte, hat Nicoletta seinen Platz eingenommen und meine Hand gehalten während der Wehen. Beim Versuch mich auf die andere Seite umzudrehen,  musste ich mich übergeben, also wieder zurück. 

Endlich platzte die Fruchtblase und das Wasser lief langsam raus. Hinterher sagte Julia mir, dass das für sie das Zeichen war, dass der Kleine doch schwerer ist, als ich gedacht hatte und es nicht ganz so zügig gehen würde, wie erwartet (weil es ab Blasensprung trotz weit eröffnetem Muttermund lange quasi keinen Fortschritt gab).

Mit meinen Mann auf dem anderen Sofa sitzend, kniete mich vor ihn, langsam kamen die Presswehen und ich hatte das Gefühl es würde mich zerreissen. Während der Wehenpausen lag ich mit dem Oberkörper auf ihm, während der Wehen drückte ich mit aller Kraft nach unten und hatte das Gefühl, ich würde ihm gleich die Kleidung zerreissen.

Ich presste und merkte wie etwas zur Welt kam, ich war froh, erleichtert und dachte noch, dass es ja wirklich schnell ging, aber es stellte sich heraus, dass es ein Stück mit Wasser gefüllte Fruchtblase war, na toll. Die Presswehen gingen weiter und ganz langsam schob sich der Kleine nach draußen. Und dann war er da, unüberhörbar und direkt "wach".

Julia reichte ihn mir zwischen den Beinen durch nach vorne und bot mir für die Nachgeburt den Hocker an, den ich dankend annahm. So hielt ich Adam das erste Mal vor meinem Mann auf dem Sofa auf dem Arm, auf die Nachgeburt wartend. Durch die recht kurze Nabelschnur, fühlte ich etwas Zug und wir halfen der Plazenta vorsichtig nach. 

Während ich Adam anlegte zum ersten Stillen, warteten Julia und mein Mann darauf dass die Nabelschnur auspulsierte und unter Julias Aufsicht schnitt er sie durch. 

Jetzt war er also da. Während Julia und Nicoletta sich ausgezeichnet um mich und Adam kümmerten, besorgte mein Mann uns allen Frühstück. Während er weg war, merkte ich, dass die Knoten um die Nabelschur sich gelöst haben, so das der Kleine und ich voller Blut gewesen sind. Während Julia und Nicoletta ihn im Badezimmer im Waschbecken wuschen, habe ich mich im Wohnzimmer oberflächlich sauber gemacht. Wir nutzten die Zeit, Adam zu messen und zu wiegen, zu unserem Erstaunen brachte er weit über 4kg auf die Waage (ohne Dammriss übrigens)

Nach einem guten Frühstück und einer ersehnten Dusche sind Julia und Nicoletta aufgebrochen und wir haben uns zum kuscheln und schlafen zurück gezogen.

Vielen Dank, Julia und Nicoletta, für eure tolle Unterstützung ❤️

 
 

Datteln, Vollmond und Hypnobirthing

Geschrieben von der Mama, Julia, herzlichen Dank für deinen tollen Bericht :)

Um 18:10 Uhr hatte ich bei ET +7 einen Blasensprung, als gerade meine beste Freundin zu Besuch war. Ich freute mich total, denn das hieß: keine Einleitung und die geplante Hausgeburt klappt :) ich war völlig aus dem Häuschen. Voller Freude rief ich direkt Julia an, die mir sagte, dass ich die Zeit nutzen sollte zum Schlafen und Erholen. Sie würde dann morgen gegen 10 Uhr mal vorbei kommen. 

Wer hätte zu dem Zeitpunkt gedacht dass ich nur 4,5 Stunden später unseren Sohn auf die Welt bringen würde.

..Weil aus mir permanent Fruchtwasser lief entschied ich mich erst einmal auf die Toilette zu sitzen und dort entspannt zu lesen. Etwas später ging ich ausgestattet mit den Wöchnerinnenvorlagen ins Bett und telefonierte noch. Beim Auflegen merkte ich, dass ich recht spürbare Wehen bekomme und ging deshalb direkt in die Badewanne. Dort intensivierten sich die Wellen, sodass ich mir meine Hypnose „Reise in den Garten der Farben“ über den Lautsprecher anschaltete, um mich - wie oft zuvor geübt- zu entspannen. Mein Freund David kam wenig später ins Badezimmer und war überrascht was ich da tat- er dachte ich würde schlafen. Ich sagte ihm, dass ich doch schon recht starke Wehen habe und er bitte mal alles soweit vorbereiten sollte (Geburtsduft anmachen, Essen & Trinken besorgen). Er erledigte die Sachen und ich blieb in meiner inneren Welt, hörte der Stimme zu und veratmete konzentriert eine nach der anderen Welle. Etwas sagte mir zu dem Zeitpunkt, dass es wohl nicht erst morgen los ginge und unser Sohn vielleicht ja sogar schon heute Nacht zur Welt kommt. Etwas später kam David wieder ins Bad und ich bat ihn nach meinen Handzeichen (weil Reden nicht mehr ging) die Wellen zu stoppen. Sie gingen über 90Sekunden und die Pausen waren ca 2 Minuten lang- es war Zeit Julia anzurufen. Im Kerzenlicht atmete ich tief weiter in den Bauch, schaute immer mal wieder auf meine Assoziationen und Fotos meiner Lieben und erinnerte mich selbst an „Kiefer, Schulter, Hände“, um mich zu entspannen und zu öffnen. David kam mit Datteln wieder zu mir ins Bad und bat mich darum dass ich etwas esse. Mir war gar nicht danach,  nach 3 Monaten und 3 Kg Datteln hatte ich den Appetit verloren. Aber ich ließ mich überreden, was wir beide kurz darauf bereuten, als mein Körper entschied die Datteln mit einem kräftigen Schwall direkt wieder raus zu schießen. Ich verließ die Wanne und ging aufs Klo, David machte alles frisch, so dass ich wieder rein konnte. Im neuen warmen Wasser hatte ich das Gefühl, dass es nun richtig los ging. Das Atmen reichte nicht mehr aus um die Wellen mitzugehen, ich wollte tönen. Zum Glück half mir das, um mit der Körperkraft mitzuschwingen. Ich bewegte mich zu den Wellen und tönte vor mich hin. In den Pausen „Hände, Kiefer, Schultern“ und tief atmen. David half mir mit den neuen und sehr starken Wellen klar zu kommen. Er versicherte mir, dass Julia unterwegs sei und es nicht mehr lang dauerte. Ich gab mich vollkommen meinem Körper hin, der nun anfing zu pressen. Ich konnte nicht glauben was ich da spürte, denn das konnte ja nicht sein: „Jetzt schon Presswehen? Das kann nicht sein. Ich glaube ich muss eher aufs Klo!“ Man kann nicht mehr klar denken, das hörte ich oft im Vorfeld und das bestätigte sich rückblickend an dieser Stelle. Mein Körper presste und David half mir mit der Atmung und sagte mir Julia sei gleich da. Als ich zwischenzeitlich die Augen öffnete, merkte ich, dass das Wasser nicht mehr ganz sauber war. Ich hatte mich wohl wirklich hingegeben und alles geschehen lassen, was geschehen sollte. In dem Moment kam Julia ins Bad und ich sagte ihr leicht verzweifelt, dass ich jetzt ausgerechnet ins Wasser gemacht hatte. Sie begrüßte mich mit einem Lächeln und sagte mir froher Stimme „ist doch toll, hey, kein Problem!“. Das tat so gut! Sie war hier, sie bestärkte mich und ich fühlte mich direkt nicht mehr unwohl. Beide halfen mir aus der Wanne und ich presste weiter auf der Toilette. Julia fragte ob sie die Doula Nicoletta noch hinzu holen dürfe, was ich bejahte. Sie wollte mich dann eigentlich in einer Wehenpause untersuchen, aber das war für mich weder möglich, noch nötig. Die Presswehen waren so intensiv, ich tönte nun laut „Jaaaaa“. Denn: „Ja, so soll es sein!“ Nach 1,2 Presswehen auf der Toilette mit Blick auf den riesigen Vollmond, hörte ich ihre Worte „Julia, mach langsam, ich sehe den Kopf schon kommen. Langsam, Julia. Hier fühl mal“. Ungläubig fühlte ich hin und ja, ich spürte den Hinterkopf des Kleinen. Was für ein Gefühl! Langsam machen konnte ich aber nicht. Der Kleine wollte jetzt ganz schnell raus. Julia sagte mir, dass ich von der Toilette vorkommen sollte, runter in den Vierfüssler auf die Handtüchter. Das tat ich. Den Kopf in Davids Oberkörper liegend gab ich mich den letzten Presswehen hin und nach einem kurzen Augenblick lag unser Junge alle Viere von sich streckend zwischen meinen Beinen auf den Handtüchern und schrie lauthals auf. Da war er! Ich beugte mich zu ihm runter und fasste ihn voller Emotionen vorsichtig an. Ich konnte es nicht glauben, er war tatsächlich da! Ein unbeschreibliches Gefühl. David schoss ein paar Fotos mit dem Handy, was eine großartige Erinnerung diese ersten Momente ist. Stützend an Julia und David gingen wir an das direkt angrenzende Schlafzimmer, wo sich mein Traum einer Hausgeburt erfüllte: Nach der Geburt ins EIGENE Bett zu können. Es war einfach wundervoll zu Dritt eingekuschelt in warme Handtücher das pure Glück zu genießen. Julia gab uns ganz viel Zeit zum Bonden nachdem David die auspulsierte Nabelschnur durch trennte und untersuchte mich erst ausgiebig nach einiger Zeit. Zwischenzeitlich gebar ich die Nachgeburt mit etwas Hilfe von Wehenfördernden Mitteln und einige Stunden später nähte sie mich mit ganz viel Ruhe und Einfühlungsvermögen. Dazwischen waren sie und die liebe Doula Nicoletta ein tolles Team und einfach für uns da. Sie dokumentierten, reichten Essen und Trinken, gaben mir Traubenzucker für den Kreislauf, halfen mit dem Aufräumen und Duschen, setzen Wäsche auf, bereiteten Calendula-getränkte Binden vor, übernahmen die Untersuchungen an mir und dem Kleinen und waren noch viele Stunden da, um uns als Familie einen wunderbaren, sicheren und gesunden Start zu ermöglichen. Für uns war das einfach nur großartig. Es war so eine magische, friedliche und liebevolle Stimmung im Haus. Das Stillen klappte auch direkt und ich fühlte mich einfach rundherum in den allerbesten Händen aufgehoben. Wir alle scherzten auch immer wieder über diese Blitz-Geburt einer Erstgebärenden. Keiner von uns hätte 4,5 Stunden vorher gedacht, dass das heute noch passieren würde. Vor gerade mal 2,5 Stunden stieg ich in die Badewanne. Unglaublich. Lag das an dem Super Vollmond und seiner Kraft? An den 3 Kilo Datteln? Oder an der Hypnobirthing Methode? Wahrscheinlich war es ein Mix aus allem. 

Julia kam erst 14 Minuten bevor Lion geboren wurde, aber ich fühlte mich zu keinem Moment unsicher. Wir waren durch unseren Hypnobirthing Kurs sehr gut vorbereitet, David wusste genau in welcher Phase ich wann steckte und was zu tun war. Ich behielt das positive Mindset über die wenigen Stunden, fühlte mich jederzeit sicher und schaffte es meinem Körper los zu lassen und zu vertrauen. Schmerzen empfand ich keine. Es war einfach ein unglaubliches Körperspektakel was da passierte, eine Naturkraft, die man sonst nicht erlebt und sie schenkte uns das größte Geschenk, unseren Sohn Lion ❤️

 
 
 

Emma ❤️

Geschrieben von Larissa (tausend Dank dafür!). Hausgeburt/ungeplante Alleingeburt im Januar

2019 habe ich meinen Sohn ambulant im Krankenhaus entbunden. Es war keine traumatische Geburt, aber ich hätte mir doch ein paar Sachen anders gewünscht. Außerdem war er sehr schnell für das erste Kind. 2 Stunden nach der ersten Wehe war er da.

So entwickelte ich im Laufe meiner zweiten Schwangerschaft den Wunsch, ganz in Ruhe und entspannt zu Hause entbinden zu können. Für mich war es vor allem schön, die Absicherung zu haben, dass - sollte es beim zweiten Kind wirklich noch schneller gehen - ich nicht noch bis ins nächste Krankenhaus müsste.

Mein Partner stand voll hinter dieser Entscheidung und das erste Telefonat mit Julia war so sympathisch und hat mich so positiv gestimmt, dass ich wirklich hoffte, aus dem Wartelisten-Platz würde noch ein Betreuungsplatz werden.

Anfang Dezember haben wir uns dann das erste Mal persönlich gesehen und Julia hatte die besten Nachrichten überhaupt dabei! Sie würde mich betreuen können!

Soweit so gut. Dann mussten wir nun nur noch auf unsere kleine Maus warten - errechneter Termin war der 20.1.❤️


Als ich am 6.1. Abends die ersten Wehen spürte, war ich noch unsicher, ob es nun wirklich direkt ernst werden würde wie bei meinem Sohn oder ich dieses Mal einfach Vorwehen hatte. Trotz heißer Dusche blieben die Wehen, waren aber noch unregelmäßig. Ich sagte Julia Bescheid, dass sie im Ernstfall nicht zu überrascht wäre, wenn wir uns doch schon nachts melden müssten und wir verblieben, dass ich sie anrufen würde, sollte es ernster werden.

Ich entschied mich, nochmal ganz in Ruhe meinen Sohn ins Bett zu bringen - wer weiß, wie ich "im Ernstfall" die nächsten Tage dazu kommen würde? Leider war nicht so viel mit Ruhe. Er war an diesem Abend sehr unruhig und motzig, letztendlich schlief ich mit ihm ein.

Am nächsten Morgen wurde ich von Wehen geweckt. Auch schon deutlich regelmäßiger und intensiver als am Vorabend. Ich brachte meinen Sohn auf seinen Wunsch in den Kindergarten und Zack, die Wehen waren wieder verschwunden. Als ob seine kleine Schwester intuitiv merken würde, dass er noch etwas Aufmerksamkeit brauchte.

Als abends gegen 19.30uhr die Wehen wieder begannen und diese auch an diesem Abend unter der heißen Dusche nicht verschwanden, sondern wieder recht regelmäßig und in kürzeren Abständen kamen, war die Hoffnung natürlich groß, dass es dann diese Nacht losgehen würde. Ich hatte schon keine Ruhe mehr, den Großen ins Bett zu bringen. So übernahm das mein Partner und schlief direkt mal mit ein. Ich wollte auch nicht zu früh Alarm machen und ließ ihn Kräfte sammeln  wer weiß, wie lang die Nacht werden würde. Ich versorgte also noch ganz in Ruhe unsere Hunde (kurzes Gassi und Füttern), musste dabei aber schon gut Wehen veratmen. Inzwischen hatten wir 22.30uhr. Es fühlte sich noch nicht richtig an, Julia oder meinen Partner mit dazu zu holen. Ich hatte das Bedürfnis, während der Wehen keinen Körperkontakt und "meine Ruhe" zu wollen. So machte ich es mir oben in unserem Wohnzimmer nur beim Schein des Weihnachtsbaumes gemütlich und genoss es, völlig unbeobachtet bei jeder zu veratmenden Wehe auch ein wenig vor mich hin zu fluchen 

Um Mitternacht war es dann vorbei mit der inneren Ruhe. Ich rief erst meinen Partner zu mir und mit ihm zusammen dann gegen 0.15uhr Julia an. Sie würde sich direkt auf den Weg zu uns machen.

Als ob ich mich nun (da alle Bescheid wussten) völlig sicher fühlte und komplett los lassen konnte, platzte mir keine 5min später die Fruchtblase. Die Wehen wurden noch ein wenig intensiver, ich kniete inzwischen vor dem Sofa und konnte den Pressdrang nicht mehr aufhalten. So schob sich bei der nächsten Wehe schon das Köpfchen in meine Hände. Da ich für die nächste Wehe aber das Bedürfnis hatte, die Position nochmal zu wechseln, bat ich meinen Partner, sie komplett aufzufangen.

Und da war sie. 0.32uhr, geboren in Papas Hände, unsere perfekte kleine Tochter Emma ❤️ Der erste Motzer kam auch sehr schnell und wir genossen die ersten Minuten kuschelnd - Haut auf Haut.

Als Julia ca 15min später ankam, staunte sie nicht schlecht. Dass sie nach dem Kind ankommt, damit hatte noch vor 1 Stunde ja niemand von uns gerechnet

 In ihrem Beisein kam dann die Plazenta. Für mich super spannend und vor allem schön, sie von Julia nochmal erklärt zu bekommen, da ich diese trotz vorab geäußertem Wunsch bei der Geburt 2019 gar nicht zu Gesicht bekam. So schön, dass wir dieses Mal so gar keine Eile mit irgendwas hatten und wirklich jede Sekunde auskosten konnten. Während Julia erstmal den Schreibkram erledigte, kuschelten wir 3 ausgiebig auf dem Sofa und ich habe Emma das erste Mal angelegt.  Julia hat mir dann irgendwann den Dammriss genäht und anschließend hat mein Partner die längst auspulsierte Nabelschnur durchtrennt. 

Später als Julia schon gegangen war, holten wir auch unseren Großen nach oben und aus der Irritation über dieses kleine Wesen wurde schnell Faszination und Liebe 

Für uns - bis auf die ungeplante Alleingeburt - genau so wie wir es uns erhofft hatten 

Vielen Dank liebe Julia - für alles 

 
 

Unsere Hausgeburt

Geschrieben von Leyla M, Hausgeburt im Geburtspool, Januar 2022... Danke Leyla!

Unsere Hausgeburt ❤️

Angefangen hatten meine Wehen gegen 4 Uhr in der Nacht, einen Tag nach dem Et. Hatte endlich auch das Gefühl ~> heute geht es endlich los! Hab aber noch schlafen können und hab niemanden aus dem Schlaf gerissen. Gegen 8 wurde mein großer und mein Partner wach. Haben dann meine Schwiegereltern verständigt um den Hund und Nevio abzuholen. Ich hatte an dem Tag so gute Laune! Gegen halb 10 hab ich dann auch Julia angerufen um ihr Bescheid zugeben. Sie stand telefonisch jeder Zeit zur Seite, das war Gold wert! Die Wehen wurden langsam über den Tag verteilt stärker, doch trotzdem hab ich mich Mittags nochmal zum Kräfte tanken hingelegt, so wie es mir Julia empfohlen hatte. Gegen 19 Uhr haben wir den Pool mit Wasser befüllt. Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht ob es Vorwehen oder richtige Geburtswehen sind, deswegen haben wir es dann im warmen Wasser testen wollen und bin dann auch gegen 19:30 Uhr ins Wasser gehüpft. Mir ging es gut und im Wasser konnte ich die Wehen auch echt gut veratmen, sie wurden aber nicht schwächer. Hab meinen Partner dann im Wasser gefragt ob er uns was zu essen bestellen kann, weil ich einfach noch ein wenig Kraft tanken wollte vor der Geburt. Ich saß dann da, nackig im Pool und hab meinen Wrap gegessen, schade dass wir davon leider kein Bild gemacht haben :) Aufjedenfall konnte ich nicht aufessen, denn aufeinmal waren die Wehen so regelmäßig dass sie alle 3 Minuten kamen. Hab dann nur an den Weg gedacht, den meine Hebamme noch zurück legen muss. Hätte ja auch schnell schnell gehen können, da dies ja schon meine 2. Geburt gewesen war. Also rief ich Julia an und sie machte sich schnurstracks auf den Weg. Ich hab schon gemerkt wie veratmen und tönen nicht mehr funktionieren und wurde schon etwas lauter, was mir wahnsinnig geholfen hat. Als Julia die Tür reinkam meinte sie nur ”Joaa, dass sind eindeutig Geburtswehen“. Ich hab sie freudestrahlend empfangen und war echt glücklich, es lief alles wie ich es mir vorgestellt habe und vorallem gewünscht habe. Sie richtete alles her und als ich bereit war hat sie mich dann auch auf der Couch untersucht. Sie hat das so toll gemacht, ich hab mich zu jeder Zeit wahnsinnig aufgehoben gefühlt! Dann sagte sie mir 4,5 cm offen, so kann es weiter gehen! Ist es dann auch. Sie hat mir ein paar Positionen “an Land“ vorgeschlagen um die Schwerkraft ein wenig zur Hilfe zu nehmen und hat mir ein wärmendes Öl auf den unteren Rücken einmassiert welches mir gegen die Schmerzen geholfen hat und später hat sie dann auch meinen Partner angeleiten wie er mich dort richtig massiert unter der Geburt. Er hat das echt gut gemacht, dabei ist er nicht wirklich der größte Masseur. Dann kam der gewünschte Einlauf und ich verbrachte ein paar Wehen auf der Toilette. Oh dann merkte ich aufeinmal wie es mir hoch kam. In dem Moment erinnerte ich mich an die Worte von Julia. >> die meisten Frauen kotzen entweder am Anfang der Geburt, bei 5 cm oder bei 10cm<< Ahh! Es ging los!
Meine Stimmung kippte von "Wuhu"auf "scheisse tut das weh". Hab meinen Körper dann einfach machen lassen und bin vom Bad schnell auf die Couch gesprintet um die nächste Wehe zu veratmen. Zwischenzeitlich hatte Julia auch Nicoletta, eine wahnsinnig nette Doula angerufen und sie war auch auf dem Weg zu uns. Julia hat mich dann nochmal auf der Couch untersucht unter einer Wehe und da war ich dann wirklich schon auf 9,5 cm. Da ich mir eine Wassergeburt gewünscht habe, bin ich dann auch ins Wasser. Ich hatte dann sehr sehr starke Wehen im Wasser und war sehr laut am Tönen. Nicoletta kam unter einer Wehe an und war somit schon mitten im Geschehen. Die Übergangsphase war so kräftezehrend, doch ich war mir jeder Wehe froh, näher an meiner Tochter zu sein. Ich wurde im Wasser so toll betreut, Nicoletta, Julia und mein Partner saßen um den Pool herum und fingen mich in Schwächephasen echt toll ab. Aufeinmal spürte ich ein Drang zu pressen. 4 Presswehen vergingen und ich dachte es tut sich nichts, warum weiter sich denn nichts? Bei der nächsten Presswehe fasste ich mir zwischen die Beine und konnte das Köpfchen in mir spüren. Dann kam urplötzlich ein wahnsinniger Energieschub und ich hab meine kleine Tochter Kiara in meine Hand rein geboren. Um 23:34 Uhr am 05.01.2022 
Was für ein Gefühl! Sie zappelte dann noch kurz im Wasser bevor ich sie mir hoch auf die Brust legte. Julia gab meinen Partner später die Nabelschnurschere in die Hand und er durchtrennte die Nabelschnur nach dem auspulsieren. Mich hat das so glücklich gemacht, da er eigentlich vorhatte dies nicht zu tun. In dem Moment ist es für ihn dann einfach doch selbstverständlich gewesen, dass er das macht! Die Nachgeburt kam dann auch nach 10 Minuten und war vollständig, diese heben wir auf um später mal einen Baum darauf zu pflanzen. Nicoletta und Julia machten ganz viele Bilder für uns, was ich klasse fand. Kiara ging es super, hat geschrien und dann auch gleich die Brust angenommen. Wir haben uns dann auf die Couch gelegt und Julia und Nicoletta haben dann in der Küche etwas schreibkram erledigt und uns mit Kiara allein gelassen. Meine Familie ist kurz vorbeigekommen und dann aber auch bald wieder verschwunden um uns etwas Zeit zu lassen. Julia hat mich dann nachher nochmal untersucht und hat festgestellt dass ich nicht gerissen bin. Darüber war ich auch sehr froh, die Datteln haben was gebracht! :) Julia hat und noch ein kleines Präsent da gelassen, sehr sehr süß von ihr! Die Geburt war wahnsinnig schön für mich und meinen Partner. Klar, hatte ich Schmerzen aber in keiner Phase hab ich mir gedacht, dass ich jetzt ins Krankenhaus möchte. Ich war so froh, dass alles in meinen 4 Wänden stattgefunden hat. Ohne Julia hätte ich wahrscheinlich wieder eine traumatische Geburt im Krankenhaus erleben müssen. Liebe Julia, ich bin dir wahnsinnig dankbar für deine Dienste und dein wahnsinnig großes Herz und auch Nicoletta, du hast während der Geburt wirklich gewusst was ich hören möchte und wie du mit mir umzugehen hast. Dabei haben wir uns davor noch nie gesehen, das nenn ich mal Menschenkenntnis!

Vielen Dank wenn ihr bis hier her gelesen habt. Die kleine Kiara ist nun einen ganzen Monat alt
 
 
 

Vollmond & Wind

Oktober 2021, Hausgeburtsbericht:

Nach einem wunderschönen Vollmond und einer sehr windigen Nacht ("Der Wind, der Wind, der bringt das Kind") war ich nicht überrascht, als ich am Morgen die Info erhielt, dass ein Kind sich wohl auf den Weg macht...

Geschrieben von Leyla, ergänzt von mir:

Ich habe mir schon immer vorstellen können Zuhause zu entbinden. Ich erinnere mich noch daran, wie wir Kinder im Wohnzimmer saßen und spielten, während unsere Mutter nebenan im Schlafzimmer begleitet von einer Hebamme, das neue Leben in Empfang nahm. Leider habe ich dennoch meine ersten 4 Kinder im Krankenhaus zur Welt gebracht. Vier Mal Klinik, vier Mal Rückenlage. Nun endlich bei der fünften (und vielleicht letzten?)  Geburt sollte mein Traum wahr werden Zuhause im Geburtspool mein  Kind selbstbestimmt zur Welt zu bringen.

Meine Wehen haben in der Nacht begonnen und wurden morgens stärker und häufiger. Morgens baute mein Mann während dessen die Kinder am Frühstücken waren den Geburtspool auf. Als die 4 Großen für Schule und Kindergarten versorgt waren riefen wir Julia an, um ihr zu berichten das es so langsam  los geht. Wehen alle 10 Minuten. Nur eine gute  Stunde später -inzwischen war es kurz vor 9 Uhr & die Wehen kamen alle 5 Minuten- baten wir Julia zu kommen. So machte sie sich auf den Weg und war innerhalb von 15min bei uns und half beim Vorbereiten der Räume&des Bettes für die Geburt und checkte mich und die kindlichen Herztöne einmal durch. Inzwischen waren die Wehen regelmäßig und recht stark. Der Muttermund war schon 6-7cm eröffnet und dem Baby ging es super.

 Um 10 Uhr verspürte ich schon starken Druck nach unten, veratmete die Wehen teils im Stehen, teils im Knien. Daher entschied ich mich in den Pool zu steigen. Das warme Wasser tat so gut, dass dann  alles sehr schnell ging. Im Wasser und Zuhause, die Position selbst frei wählend, kam ich super mit den Wehen zurecht. Es war mittlerweile 10.30 Uhr und ich begann von alleine während der Wehe zu pressen, die Fruchtblase platzte, bei der nächsten Wehe war das Köpfchen schon da und 1 Minute später war unsere kleine Süße da.

Es war eine unvergessliche und fantastische Erfahrung meine Tochter selbst direkt in meine Arme zu schließen!

 Julia war stets für uns da und hat uns so toll begleitet, wir sind begeistert und sind überglücklich, dass wir diese   Erfahrung machen durften.

Nachdem unsere Kleine und die Plazenta nun da waren und wir raus aus dem Pool und ins Bett umgezogen sind, ließ uns Julia viel Zeit zum kuscheln bevor sie diverse Untersuchungen am Kind und an mir durchführte und war dann später auch noch da um meinem Mann beim Aufräumen zu helfen! Vielen Dank Julia für deine tolle Art und deine fantastische Arbeit!

 
 
 
 

Unter unserer Glückshaube

 
 
August 2021:  Hausgeburtsbericht
Geschrieben von der Mutter selbst. Tausend Dank dafür, liebe Hannah!

UNTER UNSERER  G L Ü C K S H A U B E

 Es fing alles mit einem Telefongespräch an, mit dem ersten Kennenlernen und der Analyse des Geburtsberichts meines ersten Sohnes. Julia und Barbara gaben mir den Mut, dass es eigentlich ziemlich schnell vonstatten gegangen ist und obwohl ich so fremdbestimmt bei der Geburt meines ersten Sohnes in der Klinik war und danach sehr  T R A U M A T I S I E R T  gewesen bin, fasste ich wirklich neuen  M U T  diese Geburt anders zu erleben.

Ich wollte diesmal einfach in unseren eigenen vier Wänden unseren zweiten Sohn zur Welt bringen.

Frei von Fremdbestimmung, Trubel, hellen Lichtern, viele Menschen, viele Gesprächspunkte, einfach vielen Reizen. In den eigenen vier Wänden, kann ich mich am besten entspannen, mich auf meine Gedanken konzentrieren und auf die Bedürfnisse meines Körpers eingehen.

Zwei Wochen zuvor am Meer, las ich das Hypnobirthing Buch, was mir Julia ausgeliehen hatte, und ich konnte mich dadurch mit Wissen über die Gebärmutter, deren Tätigkeit unter der Geburt und verschiedene Atem- und Entspannungstechniken bereichern. Ich bin dir an dieser Stelle, liebe Julia, unsagbar dankbar für diesen tollen Buchtipp! 

Und so kam es dann auch, ganz früh morgens wachte ich mit einem Ziehen im Kreuzband auf. Dieses Ziehen hat mich damals vor der Einleitung der PDA bis Ende der Geburt verfolgt. Und nun, war es einfach nur ein Ziehen und kein ständiger Schmerz, den ich auch damals als Erinnerung an meine Chemotherapie, Jahre zuvor, verknüpfte.

Mein erster Sohn war an diesem Tag sehr kuschelig unterwegs, was sonst immer mit einem, ‚‘Aufstehen, Mama! Wir müssen gleich anfangen zu spielen!‘‘ beginnt , war diesmal ein, ‚Wir könnten doch den ganzen Tag im Bett kuscheln‘.

Das war irgendwie schon der erste Vorbote, als würde er jetzt im gegenwärtigen Augenblick wahrnehmen, dass in ein paar Stunden, unsere Lebenssituation sich komplett ändern würde.

So gab er mir die Ruhe, einfach die Vorwehen entspannt im Bett zu veratmen, und mich mental darauf einzustimmen, wie sich die Wehen aufbauen und an welche Stelle ich, wie atmen sollte.

Mein Tagesablauf war dann auch gleich festgelegt, heute werde ich mich so viel entspannen und ausruhen wie es nur möglich ist. Also anstatt ins Krankenhaus zu rennen, Krankenhausaufnahme, Absprachen und neues Einquartieren, musste ich einfach nur Julia anrufen und ihr Bescheid geben, dass sich der kleine Mann vielleicht heute noch auf den Weg macht. Diese gelassene Stimme am Telefon, entspannte mich und gab mir das Gefühl, dass ich meinem Körper genug Ruhe geben soll.

Durch die tatkräftige Unterstützung meines Mannes, wurde unser sehr abenteuerlustige Sohn gut betreut und ich konnte, meine Sorgen, nicht zur  R U H E  zu kommen, streichen, und stattdessen meine Entspannungs-Musik und Affirmations -CD in Dauerschleife im Bett hören und so mich immer mehr in eine

 E N T S P A N N U N G S -phase leiten.

Als die Wehen ,am späten Nachmittag, stärker wurden, kontaktierte ich nochmals Julia, um ein kleines Update zu geben. Ihre Worte ‚‘Döse so viel du kannst!‘‘ war mein Stichwort für die nächsten Stunden die dann folgten, bis dann die Wehen abends nur noch stehend zu veratmen waren.

Bei jedem Verändern der Wehenstärke, bemerkte ich was im Körper passierte und versuchte Kontakt zu unserem kleinen Sohn aufzunehmen.

Wie unsagbar aufregend muss es für dieses kleine Wesen sein, in seinem sanften Ballon zu sitzen und dann auf einmal  gedrückt und gequetscht zu werden. Ein paar Streicheleinheiten von Mama tun da, glaubte ich, richtig gut. Und so entspannte ich mich, weil ich auch meine Gebärmutter so massierte wie die Muskelschichten unter den Wehen arbeiteten.

Als ich dann wirklich nicht mehr von der Toilette runterkam und merkte, dass die Wehen vielleicht mir noch zwei Minuten Pause ließen, bat ich meinen Mann Julia anzurufen.

Das Ziehen wurde richtig stark und der Druck im Becken kam dazu, was damals unaushaltbar trotz PDA war, konnte ich einfach annehmen. ‚Mein Kind schiebt sich jetzt ins Becken und wird dann bald uns begrüßen können.‘ Ich war bereit loszulassen, was mein Darm auf jeden Fall wortwörtlich nahm.

Da stand sie dann, mit einem Lächeln im Gesicht und meinte nach der veratmeten Wehe, ‚Hey, dein Baby ist unterwegs, wird nicht mehr lange dauern und du machst das gut!‘

Diese Worte entspannten mich wieder, auch das Aussprechen, dass ich meine Schultern wieder lockern sollte, ließ mir etwas Ausruhphase zwischen den Wehen. Meine Kreislaufprobleme wurden dann in Sekundenschnelle mit etwas Traubenzucker beseitigt.

Als ich dann keinerlei Pause mehr bezüglich Druck auf mein Steißbein und After spürte, begaben wir uns in Richtung Schlafzimmer. Auf dem Weg dorthin bemerkte und erfühlte ich einen weichen, warmen Ball zwischen meinen Beinen. Oh wow, das war ein Teil meiner Fruchtblase und deshalb ist sie auch nicht geplatzt, was mir noch vor ein paar Minuten das Gefühl gab, es wird noch etwas länger dauern und ich muss noch länger diesem starken Druck standhalten.

Angekommen im Schlafzimmer, war zufälligerweise der Spiegel genau vor mir platziert. Julia und mein Mann, jeweils an einer Körperseite von mir. Nun kam der Druck auf mein Becken, Schamlippen und Damm. Unglaublich war der Druck, doch keinerlei Schmerz, weil ich an dieser Stelle bereit war loszulassen, bereit war und aufgeregt war endlich unser Baby im Arm zu halten. Was damals im Krankenhaus als ‚Pressen, Pressen,Pressen!‘‘ an mich lautstark herantragen wurde, war jetzt  T I E F  einatmen und lange ausatmen, tief einatmen und lange ausatmen.

Ich bemerkte, das Köpfchen war schon durch das Becken und am Ausgang meiner Vulva. Noch ein langer Atemzug, ich ertastete sein Köpfchen zwischen meinen Beinen. Noch ein langer Atemzug und der Kleine wurde mir auf meine Brust gelegt. Obwohl ich stehend meinen Sohn gebährte, konnte ich mich so krass auf den Augenblick konzentrieren, was mit diesem Druck und Spannungsgefühl passiert, dass ich wie in Trance war und dieses Gefühl auch als unglaublich erleichternd empfand, fast wie ein Orgasmus, der die ganze Anspannung aus dem Körper leitete.

Mit der Entspannungsphase im Bett, nutzte Julia die Zeit mir mit der Nachgeburt der Plazenta zu helfen und als dann noch meine alte Dammnaht fachmännisch von Julia versorgt wurde, lag ich im Bett und konnte es einfach nicht fassen, dass ich diese schöne, friedliche und schnelle Geburt so erleben durfte, wie es damals auch meine Mama bei meiner eigenen Geburt Zuhause erleben durfte und was ich mir nur in meinen Träumen hätte vorstellen können.

Die Wunden, der vorherigen Geburt schienen wie weggeblasen zu sein, als hätte mir diese wundervolle, friedliche Geburt den Weg bereitet, blitzschnell dieses Trauma der ersten schmerzhaften Geburt zu beseitigen.

Jede Frau, die vielleicht traumatisiert, unglücklich oder einfach fernab von vielen Reizen gebären möchte und im Reinen mit sich und dem Umfeld, in dem sie gebären mag, ist. Deren Voraussetzungen medizinisch gesehen dafür sprechen, würde ich eine Hausgeburt in Ruhe und Entspannung sehr ans Herz legen.

Danke Ma, für deine Geburtsberichte und das V E R T R A U E N  in die Natur einer jeden Frau!

Danke Julia, für deine Unterstützung und deinen Zuspruch und dafür dass ich die Möglichkeit bekommen habe, dieses tolle Erlebnis hiermit mit vielen Familien teilen zu dürfen!

Und danke an meinen Mann, für dein Vertrauen in mich und deine Zuversicht!

Ich  L I E B E  dich.

 

Hebamme Julia Sahlmann aus Bahlingen

Hebamme für Wochenbett & Hausgeburt rund um Bahlingen

Julia Sahlmann